Häufige Symptome von Hauterkrankungen bei Tieren:

  1. Tierarzt WendlbergerJuckreiz / Kratzen: betroffen sind v.a. die Pfoten, der Kopf und der Bauch; v.a. die Pfoten werden häufig beleckt, was von Besitzern als „Putzen“ interpretiert werden könnte
  2. chronische Ohr- und Augenprobleme
  3. chronische Atemprobleme, meist chronischer Husten (v.a. bei Pferd und Katze)
  4. Verdauungsprobleme, Durchfall, Erbrechen als Folge von Futtermittelunverträglichkeiten bzw. -allergien
  5. übermäßiges Lecken, selbstinduzierter Haarausfall (v.a. bei der Katze)Generell gilt, dass viele Hauterkrankungen der Tiere, sei es bedingt durch Allergien, Futtermittelallergien, Parasiten, Hormonstörungen oder Hautkrebs zu gleichartigen Symptomen führen, wie Schuppen, Krusten, Rötungen, Juckreiz oder Haarausfall. Das bedeutet, daß diese Symptome nicht hinweisend für eine bestimmte Erkrankung sind und insofern die Krankheitsbilder nicht durch alleiniges Betrachten unterschieden werden können.
    Als grobe Unterscheidung gilt, daß juckende Hauterkrankungen oft durch Parasiten der Haut oder durch Allergien hervorgerufen werden. Häufige Parasiten sind Flöhe, Milben (Demodex, Grasmilben, Sarcoptes) und Zecken. Oft auftretende Allergien sind Futtermittelallergien oder Allergien auf Umweltallergene wie bspw. Pollen oder Hausstaubmilben, die sogenannte atopische Dermatitis oder Neurodermitis. Futtermittalallergie und Allergie auf Umweltallergene („atopische Dermatitis“) können klinisch leider nicht unterschieden werden. Häufige gemeinsame Symptome sind u.a. Lecken an den Pfoten, Juckreiz im Kopfbereich (Augen und Ohren) und evtl. Juckreiz im Bereich des Bauches.

Primär nicht juckende Hauterkrankungen, evtl. in Verbindung mit Haarausfall, können durch eine Hormonstörung, Nahrungsmängel oder Hauttumoren hervorgerufen werden.

Häufige Symptome sind Schuppen und Krusten, die aber leider nicht spezifisch sind, da sie mannigfaltige Ursachen haben können. Sie können auf einen Nahrungsmangel hinweisen, aber ebenso auf Parasiten, Pilze, Bakterien oder auch Hauttumoren. Die häufigsten Hauttumoren bei Tieren sind Mastzelltumor, Plattenepithelkarzinom, Fibrosarkom und Melanom, aber fast alle beim Menschen bekannte Arten von Hautkrebs können beim Tier auftreten.

Bei vielen Hauterkrankungen werden Sie den Begriff „PYODERMIE“ hören. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Hautinfektion, meist mit Staphylokokken. Die Haut reagiert mit kleinen roten Erhebungen (Papeln), eitrigen Pusteln oder runden Schuppenkränzen (Fotos s. u.). Diese Pyodermie tritt häufig in Folge einer Grunderkrankung auf wie z.B. Allergien, Hormonstörungen oder auch Hauttumoren. Auch wenn die Grunderkrankung selbst womöglich nicht juckte, kann es durch die Pyodermie jetzt doch zu Juckreiz kommen, was die Diagnostik erschwert und erklärt, warum Hauterkrankungen nicht durch „Blickdiagnose“ abgeklärt werden können. Pyodermien können gut mittels antibakterieller Shampoos und / oder Antibiotika behandelt werden, aber solange es nicht gelingt, die Grundkrankheit abzustellen, wird es immer wieder zu erneuten bakteriellen Hautinfektionen kommen.

Allgemeine Informationen zum Thema Pyodermien und Hundeshampoos:

Durch viele Hautkrankheiten wird die normale oberflächliche Keimflora gestört und es vermehren sich Bakterien und Hefepilze auf der Hautoberfläche.

Die Folge ist eine sogenannte Pyodermie. Die häufigsten Erreger sind dabei Staphylokokken vom Typ Staphylokokkus pseudintermedius und Hefepilze vom Typ Malassezia pachydermatis. In schlimmen Fällen spielt der sehr resistente Keim Pseudomonas eine Rolle.

Shampoos sind ein geeignetes Mittel, um oberflächliche Erreger und abgestorbene Hautzellen zu entfernen. Seit Jahren wird dabei beim Menschen ein pH-Wert der Produkte gefordert, der dem des Menschen entspricht. Man spricht dann von pH-neutral und die Produkte weisen einen sauren pH von 5,5 auf. Das Tier hat einen höheren pH -Wert von 7 bis zu 8,4, also bis zu leicht alkalisch. Demzufolge ist es einleuchtend, dass „pH-neutrale“ Shampoos des Menschen für den Hund viel zu sauer sind. Nur ein physiologischer pH-Wert kann allerdings die Besiedelung mit einer normalen Keimflora auf Dauer ermöglichen, selbst wenn Shampoos mit saurem pH kurzzeitig gegen Hefepilze wirken mögen.

Klinische Erscheinungen der Pyodermie:

1. „Epidermale Collerette“ (Schuppenkranz)
2209

2. Papeln und Pusteln
papelnpusteln_bauch 31.01.08

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